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Die fünf jungen Leute erreichten Uojan nachts. Sie fanden die Miliz und meldeten dem Diensthabenden, zwei Kameraden seien im Gebirge geblieben. Über deren Zustand wüssten sie nichts. Retter müssten dringend ausrücken.

Am Folgetag kamen Retter aus Sewerobaikalsk. Einsatzleiter Wiktor Karpow verlangte die Routenkarte. „Die hat der Gruppenleiter im Gebirge“, antworteten sie. „Dann führt uns.“ Doch einen halben Tag suchten sie ihren Routenausstieg und wussten weder Gebirgsausläufer noch Flussnamen. Ihre Ortskenntnis war äußerst vage.

Karte und Informationen hatte allein der Leiter. Wohin, warum und mit welchem Ziel sie gegangen waren, wusste keiner der Übrigen. Erst am zweiten Tag erreichten die Retter mühsam den Unglücksort. Die Gruppe war ohne Sicherung am Steilhang gegangen.

Voraus ging der Leiter in Turnschuhen mit Kunststoffsohlen. Vom Geröll auf nasses Gras tretend, rutschte er durch eine flachere Mulde zum tosenden Wasserfall. Verzweifelte Halteversuche scheiterten. Nicht einmal den Rucksack konnte er lösen.

Nikolai hieß der Leiter. In Sekunden glitt er hinab und stürzte in die Schlucht. Rufen half nichts. Igor Schiwajew, der Erfahrenste, sammelte alle Seile, knüpfte einen Brustgurt und stieg ab. Danach sahen und hörten die anderen ihn nicht mehr.

Der Wasserfall übertönte jede Stimme. Die Gruppe wartete bis abends, übernachtete. Auch morgens kam keine gute Nachricht.

Das Seil war gespannt. Was unten geschehen war, blieb unklar. Ohne Seile und Spezialausrüstung konnten sie nicht helfen. Sie trafen die einzig richtige Entscheidung: Auf demselben Weg zurück, Hilfe holen.

Die Retter rekonstruierten das Geschehen. Igors Seil hatte sich verfangen und reichte nicht bis zum Grund. Er hing und versuchte, es zu lösen; der Gurt drückte die Brust zusammen. Er bekam keine Luft, die Kräfte schwanden.

Eine Möglichkeit blieb: Seil durchschneiden und in den Wasserfall fallen… Warum er sie nicht nutzte, ist unklar. Vielleicht konnte er nicht mehr: Alle Kraft war beim Befreien verbraucht. Igor erstickte unter dem Körpergewicht im eigenen Gurt. Nikolai war in den Wasserfall gestürzt.

Offenbar verlor er beim Aufprall das Bewusstsein und tauchte nicht auf. Die Ursachen liegen offen: völlige Unkenntnis der Route; fehlende Ausrüstung; Sicherheitsverstöße an schwierigen Stellen; erschreckender Leichtsinn der Moskauer Stadtwanderklubleitung, die die Gruppe ohne Papiere, Ausrüstung und Routenwissen freigab. Schließlich missachteten sie die Anmeldepflicht bei örtlichen Rettungsstellen. Dort hätten sie Informationen erhalten.

Vielleicht hätte der örtliche Einsatzleiter mit dieser Ausstattung den Start verweigert und eine ungefährlichere Route vorgeschlagen, um die Todesfälle zu verhindern. Denn wir brauchen eine Kultur schöner, schwieriger und… unfallfreier Touren.