Das gilt aber meist nur bei idealem Wetter. Was ist bei Regen, Wind, Schnee, Frost oder sumpfigem Boden? Dann ist Feuermachen eine Kunst. Bei begrenztem Streichholzvorrat kann es um Leben und Tod gehen.
Wie macht man also bei nassem Regenwetter Feuer? Vor allem nicht hetzen oder nervös werden. Es ist wie die letzte Patrone: kein Fehlschuss erlaubt. Prüfen Sie den Ort genau und überlegen Sie, was brennen könnte: ein stehender trockener Baum, trockene Zweige unter dichten Kronen von Fichten, Zedern, Tannen und Kiefern.
Glück haben Sie, wenn Sie den angebrannten Stammfuß eines lebenden Nadelbaums finden. Daraus lassen sich harzige Späne schneiden. Je nasser das Wetter, desto mehr Zunder braucht man. Bei Regen muss vor dem Anzünden eine Abdeckung aus Folie, Zweigen, Rinde oder anderem verfügbarem Material über dem Feuer errichtet werden.
Legen Sie den Zunder möglichst nicht auf nasse Erde, sondern auf ausgelegte dicke, entrindete Äste. Zuerst kommt das trockenste, feinste Material, darauf größere Zweige, darüber noch größere; ganz oben können die dicksten Äste zeltförmig stehen. Die Windrichtung ist zu beachten. Der entscheidende Moment: eine kleine Nische im Zunder schaffen, ein Streichholz anzünden, mit den Händen schützen und hineinschieben.
Sobald die ersten Zweige brennen, beobachten Sie die Flamme genau. Manchmal erfasst sie zwei, drei Zweige und wird dann schwächer. Helfen Sie ihr, indem Sie einen weiteren trockenen Zweig heranschieben, dann noch einen. Den brennenden Zunder zusammenzudrücken ist gefährlich.
Die brennenden Zweige rücken auseinander, die schwache Flamme erlischt. Halten Sie lieber trockene Zweige oder Späne bereit und legen Sie nach, bis die Flamme kräftig ist. Und ohne Streichhölzer? Bei Feuchtigkeit sind Methoden des Feuermachens durch Reibung fast nutzlos.
Warum fast? Wer die Methode vollkommen beherrscht, kann mit Glück Feuer erzeugen. Einmal im Herbst versuchten wir es bei einem Rettungsseminar mit den empfohlenen Verfahren und scheiterten. Dabei drehten etwa zehn kräftige Männer eine Stunde lang abwechselnd mit einer Art Kinderbogen einen spitzen Stab in der Vertiefung eines Brettes.
Natürlich kann man den Empfehlungen folgend mit zwei Steinen oder Eisen auf Stein Funken schlagen. Das verlangt aber Übung und gelingt nur im Sommer bei trockenem Wetter. Bei Feuchtigkeit ist es ohne Watte oder trockenes Moos praktisch unmöglich.
Unter extremen Taigabedingungen bleiben Streichhölzer oder Feuerzeug das einzige und verlässlichste Mittel. Machen Sie es zur Regel: Wohin und wie lange Sie auch in die Taiga gehen, Feuerzeug oder Streichhölzer sowie ein Messer müssen immer dabei sein, die Streichhölzer wasserdicht verpackt.

@nevsky_alexander
Auf Instagram: Dubai jenseits der Postkarte — Familie, Stadt, Entdeckungen und das Leben zwischen den Projekten. Auf Threads: laute Gedanken über Design und KI. Auf YouTube: Videos, die mehr Platz brauchen als eine Story. Folgt mir dort, wo ihr euch wohlfühlt, und lasst uns in Kontakt bleiben