Früher reiste ich viel durch Russland, ins nahe und ferne Ausland. Dem Tourismus widmete ich viele Jahre und erhielt das Abzeichen „Für aktive Arbeit zur Entwicklung von Tourismus und Exkursionen in der RSFSR“. In Erinnerung blieben die nördlichste Bahnstrecke Dudinka–Norilsk und die östlichste entlang Sachalins. Ich besuchte Japan, das „Bananen-Zitronen“-Singapur und weitere Länder und Städte.
Darum sind mir die Liedzeilen so nah: „Glücklich, wer das sehnsuchtsvolle Gefühl der Straße kennt …“ Ich bin längst über achtzig und möchte heute meine Beobachtungen teilen. Was ist Glück? Jeder hat sein eigenes, und es kommt auf verschiedenen Wegen zu uns.
Manchmal genügt ein Schluck heißer Tee, ein anderer braucht einen ganzen Ozean. Davon erzählt die folgende Geschichte. Einmal beschlossen mein alter Freund Stanislaw und ich, zum Mamai zu gehen, wo Skifahrer und Snowboarder ihr Revier gefunden haben; die Gegend ist jedoch lawinengefährdet, man muss aufpassen. Die Waldstraße führte an einem Relikthain mit alten Pappeln vorbei in die Berge.
Am Ende wurde sie zu einem Pfad im tiefen Schnee. Bald kamen wir zu den Zelten der Skifahrer. Nach drei Stunden Marsch hatte ich großen Durst. Die jungen Leute am Feuer reichten mir einen Becher heißen Tee.
Mit dem ersten Schluck geschah eine erstaunliche Verwandlung. Ich lächelte, wollte weitergehen, war wahrhaft glücklich! Ich erinnere mich an einen anderen Fall. Wir liefen Ski auf der Route Sljudjanka–Wetterstation Chamar-Daban–Pass Teufelstor–Fluss Utulik.
Die Strecke war 110 Kilometer lang, wir hatten drei Tage: Das mussten wir schaffen! Hinter dem Teufelstor betraten wir das Eis des Utulik. Auf der festen Skispur wurden wir schneller, doch der gestrige Schneesturm hatte sie vielerorts verweht.
Bis zum Bahnhof Utulik waren es noch 50 Kilometer. In der Abenddämmerung suchten wir einen Platz am Ufer zum Übernachten. Morgen war der 8. März. Die Hälfte unserer zwölfköpfigen Gruppe waren Frauen, und auch unsere Leiterin war eine Frau: Ljubow Chmeljowa.
Beim Abendessen gratulierten wir den Frauen und überreichten jeder ein kleines Wanderergeschenk. Im Zelt war es warm, ebenso ums Herz durch unsere wunderbaren Begleiterinnen. Den Männern fiel unter diesen Umständen natürlich die bescheidene Rolle der Sherpas zu. Wir wollten uns dennoch nicht blamieren und übernahmen das Frühstück.
Ja, Freunde, das ist lange her, aber vieles ist mir, als wäre es gestern gewesen. Während ich diese Zeilen schrieb, rief Wladimir Scharow an, Fernsehjournalist und erfahrener Reisender. Er telefonierte aus seinem Zelt auf dem Baikaleis. Bei Baikalsk war er aufs Eis gegangen, um in zwei Wochen allein fast 250 Kilometer zurückzulegen.
Einmal ging er von Maximicha nach Sewerobaikalsk, über 200 Kilometer. Kuriose Erlebnisse blieben nicht aus: Einmal streifte ein Wolfsrudel durch sein Lager, ein anderes Mal hätte ein auf dem Eis verirrter Moskwitsch fast sein Zelt zerdrückt. Trotz Mühen und Gefahr geht Wolodja wieder übers Baikaleis und ist seiner Stimmung nach unendlich glücklich.
Das ist sein Element, anders kann er nicht. Gute Reise, mein Freund! Damit beende ich meine Geschichte darüber, was Glück ist. Für mich liegt es darin, dass alte Freunde mich umgeben und immer unterstützen.
Danke euch, und wisst, wie viel mir eure Freundschaft bedeutet.

@nevsky_alexander
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